MAZ, Mittwoch, 23.04.2008
Man mag es kaum glauben, aber auf Grund der Entwicklung in der Landwirtschaft der EU in den vergangenen Jahrzehnten, der Preisstützung für den Verbraucher durch die sg. "Subventionen" und durch mangelnde Marktanpassungen der den Bauern gehörenden Genossenschaftsmolkereien, verkaufen die Milcherzeuger ihre Milch auch heute noch nicht, sie geben sie noch immer ab. 
Im Monat nach der Milchabgabe erhalten sie mit der "Milchgeldabrechnung" mitgeteilt, wieviel Geld es für die Arbeit des vergangenen Monats gibt.
Der Bauer ist also auf Gedeih und Verderb darauf angewiesen, was Handel und Molkereien an Milchpreisen festlegen.
Das kann recht viel sein, wenn der Preis für standardisierte Milchprodukte (Milchpulver, Butter, Käse) auf den Weltmärkten überhitzt (2007/08), aber im Normalfall wird auf dem Weltmarkt nur "Übermilch" gehandelt, und damit ist der Auszahlungspreis recht gering.
Es wird so bleiben, da es dem Berufsstand nicht gelingt, Angebot und Nachfrage in Übereinstimmung zu bringen, und es den Genossenschaftsmolkereien nicht gelingt, die Milch ordentlich zu veredeln und zu vermarkten. Zu diesem Thema streiten sich die deutschen Milcherzeuger ohne Ende, Handlungsfähigkeit muß; man Ihnen leider absprechen. Der Bauernverband ist gegen nationale Alleingänge (was hindert ihn eigentlich, auf europäischer Ebene zu agieren?). Er verkennt gründlichst, daß die deutschen Preise i.d.R. das untere Drittel der europäischen Preistafel anführen, sh. auch Milchpreisvergleich. Folgend übt die in Deutschland produzierte, aber hier nicht verbrauchte und damit zum Export stehende, Milchmenge, einen sehr negativen Einfluß auf das internationale Preisniveau aus. Viel schöner wäre es doch, wenn in den deutschen Supermärkten der französische Käse vergammeln würde, weil dort nur noch der viel besser schmeckende aus deutschen Genossenschaftsmolkereien gekauft würde. (Das hat nichts mit Nationalismus zu tun, sondern mit Qualität! Man kann Frankreich auch mit Italien oder Dänemark, oder ... ersetzen.) Vielleicht würde es dann sogar in Frankreich diesen Käse geben und dieser von französischen Verbrauchern gekauft werden? Dann bräuchten wir u.U. gar kein Milchpulver mehr für die Intervention zu produzieren und Butterberge anlegen?
Beste Milch produzieren wir, warum gelingt es der viel(selbst)gelobten deutschen Innovationskraft nicht, daraus beste Produkte zu machen?  
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